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"Deutsche Tourismusanalyse (TA) 2006

 
Die WM 2006 beschert der Reisebranche nur auf den ersten Blick eine Flaute: Zwar will während des Fußball-Ereignisses nur knapp jeder zehnte Bundesbürger (9,7 Prozent) verreisen, dafür wird der Urlaub im Juli und August nachgeholt. Denn insgesamt ist die Krisenstimmung überwunden, und die Reiselust der Deutschen wächst wieder. So gaben gut zwei Drittel der Bevölkerung (67,9 Prozent) an, im Jahr 2006 eine Urlaubsreise von mindestens fünf Tagen unternehmen zu wollen. Auch wird in Zukunft die durchschnittliche Reisedauer wieder steigen. Vor allem Singles und kinderlose Paare nehmen sich mehr Zeit für Fernreisen. Beliebtes Fernreiseziel bleibt die Karibik einschließlich Kuba und der Dominikanischen Republik. Im Hinblick auf europäische Auslandsziele erfährt Italien einen starken Aufwind: Mit 8,4 Prozent wird es, wenn die Urlaubsabsichten verwirklicht werden, erstmals Spanien (8,2 Prozent) von der Spitzenposition verdrängen. An Attraktivität und Marktanteil verliert hingegen der Inlandsurlaub. Spitzenreiter im inländischen Wettbewerb bleibt Bayern (6,6 Prozent), dicht gefolgt von den Ferienregionen an der Ostseeküste (6,3 Prozent). Immer wichtiger für einen gelungenen Urlaub ist den Deutschen der Wohlfühlfaktor: Für 91 Prozent der Befragten steht gemütliche Atmosphäre und für 92 Prozent Gastfreundschaft ganz oben auf der Prioritätenliste. Besonders die Senioren entwickeln sich zu einer Zielgruppe mit hohen Qualitätsansprüchen. Neben schöner Landschaft sind ihnen Service, Sauberkeit und Sicherheit im Urlaub immer wichtiger."
 
Quelle: Ulrich Reinhardt, BAT Freizeit-Forschungsinstitut, Hamburg
 

"Digitale Bedrohung

Das Internet läuft Reisebüros den Rang ab, so eine ADAC-Studie.
 
Thomas Holtrop, seit Ende 2005 an der Spitze von Thomas Cook, weiß, wie stark ihn das Thema Internet begleiten wird. 'Wir machen Angebote in jedem Kanal', betont der Vorstandschef. Die Folge: Thomas Cook werde 'sein Engagement im E-Commerce ausbauen'. Mehr E-Commerce, das bedeutet auch: Noch mehr Konkurrenz für die Reisebüros. Wie kritisch deren Lage ist, zeigt der jüngste 'Reisemonitor 2006' (4000 Befragte) des ADAC-Verlags. Die Buchungen übers Internet steigen immer weiter an - und das in einem Jahr, in dem der ADAC einen Rückgang der Urlauberzahlen erwartet. Schon jeder Zweite (55 Prozent) informiert sich im Web, und das bis weit in die Gruppe der 50- bis 59-Jährigen hinein. Reiseführer und Zeitschriften (53), Prospekte (42) und Reisebüros (18) fallen ab. 'Mit ungebremster Dynamik erschließt sich das Internet neue Nutzerkreise', so die Studie. 56 Prozent - 22 Prozent mehr als im Vorjahr - haben bereits Teile oder die gesamte Reise online gebucht.
Immerhin gaben die Deutschen 2005 knapp 60 Milliarden Euro für Fahrten ins Ausland aus (plus 3,5 Prozent). Wichtigste Destinationen bleiben Spanien und Italien. Ein weiterer Trend: Die Urlaube werden stärker über das Jahr verteilt. Zugleich steigen die Ausgaben pro Trip.
Für Thomas Cook bedeutet das: mehr Flexibilität, denn die Nachfrage nach 'Reisebausteinen' nimmt zu. Holtrop: 'Wir nehmen schrittweise Abschied vom Ideal des integrierten Touristik-Konzerns.'"
 
Quelle: Thomas Forster in: werben & verkauf, Nr.11/2006
 
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